Der Wert einer börsenkotierten Unternehmung lässt sich relativ einfach ermitteln. So ergibt eine kurze Google-Suche, dass Stadler Rail, Stand August 2022, einen Wert von CHF 2.88 Mrd. hat. Dies entspricht der Börsenkapitalisierung der Gesellschaft, dh. dem rechnerischen Gesamtwert aller im Umlauf befindlichen Aktien.
Im KMU-Umfeld ist die Sache aufwändiger. Es fehlt in den meisten Fällen ein transparenter Markt, welcher wie bei den börsenkotierten Firmen über einen Wert Auskunft geben würde. Die Folge: Es braucht eine Unternehmensbewertung. Doch welche Methode soll man anwenden?
Man hat die Qual der Wahl: DCF, Ertragswert, Praktikermethode, Multiples, Divdend Discount Model etc. Entscheidend ist allerdings nicht die Wahl der richtigen Methode, sondern dass die gewählte Methode richtig angewandt wird. Dabei haben alle Bewertungsmodelle eines gemeinsam: Die Bewertung hat sich an den zukünftigen Perspektiven, Erträgen oder Cash Flows zu orientieren.
Nehmen wir an, in ihrem Garten steht ein Apfelbaum, über Generationen im Familienbesitz, gehegt und gepflegt. Leider produziert das stattliche Gehölz trotz Intensivbehandlung keine Früchte mehr. Die Zeichen stehen auf Verkauf und Sie machen sich Gedanken über einen möglichen Preis. Mit Ernüchterung müssten Sie wohl oder übel akzeptieren, dass ihr Baum ohne Früchte nichts mehr wert ist. Falls sich dennoch ein Interessent finden sollte, wird dieser kaum bereit sein, mehr als den Holzpreis zu bezahlen, abzüglich der Kosten für das Fällen und den Transport zur Sägerei, versteht sich. Gleiches gilt auch für die Bewertung von Unternehmen. Ohne «Früchte», sprich Cash Flows, ist ein Betrieb schnell wertlos. Die Unternehmenssubstanz verliert (ausser bei der Liquidation) an Bedeutung. «Cash is King“, auch beider Unternehmens- oder Apfelbaumbewertung.
Es gibt also leider keine schnelle Antwort auf die einfache Frage:„ Was ist mein Unternehmen wert?“ Und schon Albert Einstein stellte fest: «Alles sollte so einfach sein wie möglich, aber nicht einfacher.».
Doch es gibt Hoffnung: Glücklicherweise stehen mittlerweile hervorragende Tools wie zum Beispiel wevalue zur Verfügung, welche eine methodisch richtige Bewertung erlauben und das Komplizierte so einfach wie möglich machen. Wenn allerdings die der Bewertung zugrunde liegenden Annahmen und Planungsgrundlagen falsch sind, dann helfen auch die besten Tools nicht. Eine verlässliche Ermittlung des Unternehmenswertes setzt auf jeden Fall eine realistische Auseinandersetzung mit der Zukunft voraus. Das ist der Schlüssel zum «richtigen» Wert.
