Voraussetzung 1 – Intakte Marktchancen
Der Markt entscheidet schlussendlich über Sein oder Nichtsein einer Unternehmung. Und so wie auch Produkte einem Lebenszyklus unterliegen und immer wieder weiterentwickelt werden müssen, ist auch eine Unternehmung nur nachfolgewürdig, wenn sie Produkte und Dienstleistungen mit intakten Markchancen hervorbringt. Können meine Produkte bzw. Produkteideen auch zukünftige Bedürfnisse befriedigen? Nur wenn diese Frage positiv beantworten kann, wird die Unternehmung in den Fokus potenzieller Nachfolger geraten.
Voraussetzung 2 – Erfolgsversprechendes Geschäftsmodell
Disruptive Entwicklungen fordern das aktuelle Geschäftsmodell vieler Branchen heraus: Tourismus, Banken, Versicherungen, Bildung, Immobilien, Medien: Diese Aufzählung kann fast beliebig verlängert werden. Ein attraktives Unternehmen muss die richtigen Antworten finden, sprich ein zukunftsorientiertes Geschäftsmodell entwickeln. Dabei sollten vor allem folgende Fragen im Zentrum stehen.
- Welches Leistungsversprechen geben wir unseren Kunden ab?
- Welche Kundensegmente sprechen wir an?
- Wie positionieren wir uns im Markt?
- Welches sind unsere Schlüsselaktivitäten?
- Welches sind unsere Schlüsselressourcen?
- Welches sind unsere Werttreiber?
Voraussetzung 3 – Resilienz der Unternehmung
Bei einer Unternehmensnachfolge werden die Karten bei allen Interessengruppen neu gemischt: Kunden, Mitarbeitende, Kapitalgeber, Lieferanten etc. erleben Veränderung und spüren unter Umständen Unsicherheit. Die Adaption an diese neuen Rahmenbedingungen erfordert Resilienz, dh. die Fähigkeit der Unternehmung widerstandsfähig gegen Krisen zu bleiben. Ist diese Widerstandsfähigkeit in Frage gestellt, zum Beispiel durch eine schlechte Ertrags- oder Liquiditätssituation, hohen Investitions-Nachholbedarf, mieses Betriebsklima etc. sind berechtige Zweifel an der Nachfolgewürdigkeit angebracht.
Voraussetzung 4 – Intakte Innovations- und Veränderungskultur
Eine Unternehmung muss sich permanent weiterentwickeln, denn: Stillstand bedeutet Rückschritt. Dies gelingt aber nur, wenn die Unternehmenskultur Innovation und Veränderungsbereitschaft aktiv fördert. Dieser Grundsatz erlangt im Rahmen einer Nachfolgeregelung besondere Bedeutung. Die Übergabe der Unternehmensverantwortung in andere Hände erfordert eine hohe Bereitschaft aller Beteiligter sich auf neue Rahmenbedingungen einzulassen. Offenheit, Veränderungswillen sind essenziell. Fehlen diese, wird die erfolgreiche Nachfolgeregelung oft zu einer „mission impossible“.
Voraussetzung 5 -Tragfähige Führungs- und Beziehungsstruktur
Wir bewundern Sie alle: Die Leaderfiguren, welche ein Unternehmen im Alleingang zur Spitze gebracht haben und deren Namen untrennbar mit dem Erfolg verbunden sind. Eine zu starke Verknüpfung des Unternehmenserfolges mit der Unternehmerpersönlichkeit erweist sich aber in vielen Nachfolgekonstellationen als grosse Hypothek, denn mit den abtretenden Patrons verschwindet oft auch das exzellente Beziehungsnetz aus dem Unternehmen. Gleiches gilt auch für die Führungsstruktur. „One-Man-Shows“ mögen gut sein fürs Ego. Im Hinblick auf ein attraktives Nachfolgeobjekt sind sie Gift.
Fazit – Ein attraktives unternehmerisches Umfeld schaffen!
Gefragte Produkte bzw. Dienstleistungen, robuste Finanzen und Strukturen und nicht zuletzt eine unternehmerisch und innovativ geprägte Unternehmens- und Führungskultur: Diese Faktoren machen für kommende Unternehmergenerationen die Attraktivität eines Nachfolgeobjektes aus.
Nur wer hier vorne mitspielt, wird sich im umkämpften Nachfolgermarkt behaupten können.
